Luavera

Pflanzenprofil

Thymian

Thymus vulgaris

Lamiaceae

Thymian ist eine vielseitig genutzte Heilpflanze, die vor allem traditionell bei Atemwegsbeschwerden angewendet wird. Die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol werden in Studien als schleimlösend und krampflösend beschrieben. Traditionell wird Thymian außerdem bei Verdauungsbeschwerden und bei Erkältungsbeschwerden verwendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Husten, Bronchitis, Erkältung, Atemwegsinfekte, Reizhusten, Schleimlösung, Verdauungsbeschwerden, Blähungen

Husten & BronchitisVerdauungsbeschwerdenAtemwegserkrankungenBronchitisHalsschmerzenErkältungBlähungen

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (ThymolCarvacrol)Flavonoide (LuteolinApigenin)RosmarinsäureLamiaceengerbstoffeSaponine

Zubereitungsformen

TeeTinkturÄtherisches ÖlSirupStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Frische blühende oberirdische Pflanzenteile (ätherisches Öl, gewonnen durch Wasserdampfdestillation aus Thymus vulgaris L., T. zygis L. oder Mischungen beider Arten)

Indikation 1 – oral (Erwachsene und Ältere): 4–5 Tropfen (0,2–0,25 ml) 3–5× täglich (z. B. auf Zuckerwürfel oder mit Honig). Indikation 2 – kutan: flüssige/halbfeste Zubereitungen bis 10 % Konzentration, bis 3× täglich auf Brust und Rücken aufgetragen. Als Badezusatz: Erwachsene und Jugendliche 0,007–0,025 g/l; Kinder 6–12 Jahre 0,0035–0,017 g/l; Kinder 3–6 Jahre 0,0017–0,0082 g/l; Kinder ≥6 Monate bis <2 Jahre: 2,5 ml Badezusatz/30 l Wasser (produktspezifisch). Baddauer 10–20 Min., Wassertemperatur 35–38 °C, täglich oder jeden zweiten Tag. Bei anhaltenden Symptomen über 1 Woche Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischBeta-Laktam-AntibiotikumSynergismus: Extrakt erhöht Membranpermeabilität, hemmt Protonenpumpen und Katalase, potenziert so die Ampicillin-WirkungRein In-vitro-Befund (Geflügel-Pathogen); klinische Relevanz beim Menschen nicht belegt, keine Dosisanpassung ableitbar
TheoretischCiprofloxacinAdditiver Effekt durch kombinierten Angriff auf Membranintegrität und oxidativen Stress in APECNur In-vitro-Daten; kein klinischer Handlungsbedarf beim Menschen
TheoretischTetracyclin-AntibiotikumAdditiver Effekt; genaue Interaktion nicht mechanistisch spezifiziertNur In-vitro-Daten; kein klinischer Handlungsbedarf beim Menschen
TheoretischNystatinCheckerboard-Assay (in vitro) zeigte additive oder indifferente Wechselwirkung zwischen Thymian-EO und Nystatin gegen Candida spp.Kombination bietet laut In-vitro-Daten keinen relevanten Mehrwert; klinische Studien fehlen.
TheoretischPenicillin-AntibiotikumExtrakt stört bakterielle Membranpermeabilität und hemmt H⁺-ATPase, potenziert Ampicillin-Wirkung synergistisch (In-vitro, Geflügelmodell)Rein experimenteller Befund (In-vitro/Geflügel); keine klinische Relevanz beim Menschen belegt; keine Dosisanpassung ableitbar
TheoretischCiprofloxacinAdditiver Effekt durch komplementäre Wirkmechanismen (Membranschädigung, Biofilmhemmung) in vitro gegen APECRein experimenteller In-vitro-Befund im Geflügelmodell; keine klinische Übertragbarkeit auf den Menschen belegt
TheoretischTetracyclin-AntibiotikumAdditiver Effekt durch komplementäre Wirkmechanismen (Membranschädigung, Biofilmhemmung) in vitro gegen APECRein experimenteller In-vitro-Befund im Geflügelmodell; keine klinische Übertragbarkeit auf den Menschen belegt
TheoretischNystatinIn-vitro-Checkerboard-Assay zeigte additive oder indifferente Wechselwirkung; EO bindet bevorzugt an Cholesterol, Nystatin an Ergosterol.Kombination mit Nystatin derzeit nicht empfehlenswert; klinische Studien fehlen.
TheoretischAntibiotika / synthetische AntimikrobiotikaIn-vitro-Kombinationstest (Scheibendiffusion) zeigte antagonistische Wechselwirkung zwischen Thymianöl und den meisten getesteten AntibiotikaKombination von Thymianöl mit Antibiotika vermeiden; klinische Relevanz noch nicht belegt (reine In-vitro-Daten)

Verwechslungsgefahr

Thymian kann mit dem Feldthymian (Thymus serpyllum L., auch Quendel) verwechselt werden, der zwar ähnliche Inhaltsstoffe aufweist, jedoch einen abweichenden Thymol-Gehalt besitzt. Weitere Verwechslungen innerhalb der artenreichen Gattung Thymus sind möglich, spielen im mitteleuropäischen Arzneipflanzenhandel jedoch eine untergeordnete Rolle.

Geschichte & Tradition

Thymian zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Mittelmeerraums und war bereits den Ägyptern als Einbalsamierungsmittel bekannt. Im antiken Griechenland galt er als Symbol der Kraft und wurde von Hippokrates und Dioskurides medizinisch beschrieben. Im mittelalterlichen Europa war Thymian fester Bestandteil klösterlicher Heilgärten und diente zur Behandlung von Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden. Seit dem 19. Jahrhundert ist Thymian in zahlreichen europäischen Pharmakopöen als offizinelle Droge verzeichnet.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Thymian

© Henry Brisse (upload by user:Abalg) · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Thymi herba, European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Thymi aetheroleum, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in medizinischen Dosen in der Schwangerschaft. Bei Schilddrüsenerkrankungen und Thymianallergie Rücksprache mit Arzt.

Gegenanzeigen: Anwendung bei Hauterkrankungen und Hautverletzungen wird wegen des Hautreizungsrisikos als nicht geeignet erachtet.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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