Pflanzenprofil
Bockshornklee
Appetitlosigkeit, Hauterkrankungen, kleinere Wunden, Verdauungsbeschwerden
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Appetitlosigkeit, Hauterkrankungen, kleinere Wunden, Verdauungsbeschwerden
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Samen (Semen)
Erwachsene, orale Anwendung – vorübergehende Appetitlosigkeit: (1) Zerkleinerter Samen 1–2 g mit Flüssigkeit, 3x tägl. vor den Mahlzeiten; (2) Tee-Zubereitung 1–6 g tägl. in aufgeteilten Dosen; (3) Mazerat: 0,5 g Samen in 150 ml Kaltwasser 3 h ziehen lassen, abseihen, mehrere Tassen tägl.; (4) Trockenextrakt DER 4:1 (Lösungsmittel Ethanol 20% V/V) 295 mg 2x tägl.; (5) Weichextrakt DER 5–6:1 (Lösungsmittel Ethanol 60% V/V) 500 mg 2x tägl.; (6) Pulver 380–1100 mg 3x tägl. – Externe Anwendung – leichte lokale Hautentzündungen: 50 g Samenpulver 5 min in 250 ml Wasser kochen, warmen Brei als Kataplasma 2–3x tägl. auftragen.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | CYP1A2-Substrate (z.B. Theophyllin, Clozapin, Koffein) | Molekulares Docking zeigt Bindung von L-Arginin an CYP1A2 (ΔG -7.2 bis -8.9 kcal/mol); mögliche kompetitive Hemmung in silico | Rein in-silico-Befund; keine klinischen Daten; Vorsicht bei CYP1A2-Substraten mit enger therapeutischer Breite |
| Theoretisch | CYP2C19-Substrate (z.B. Omeprazol, Clopidogrel, Escitalopram) | Molekulares Docking zeigt Bindung von L-Arginin an CYP2C19; potenzielle Inhibition des Enzyms in silico | Nur in-silico-Evidenz; keine In-vitro- oder klinischen Interaktionsstudien vorhanden |
| Theoretisch | Antidiabetikum (Biguanid) | Alpha-Amylase-Hemmung durch L-Arg-Nanopartikel (89,30%) übertrifft Metformin (78,43%); additiver Blutzucker-senkender Effekt möglich | In-vitro-Vergleich ohne klinische Interaktionsstudie; bei Kombination Blutzucker engmaschig überwachen |
| Theoretisch | CYP1A2-Substrate (z.B. Theophyllin, Clozapin, Koffein) | In-silico-Docking zeigt starke Bindung von L-Arginin (aus Bockshornklee-Öl-Nanopartikeln) an CYP1A2 (Bindungsenergie -8.9 kcal/mol) | Nur In-silico-Daten; klinische Relevanz unbekannt. Bei gleichzeitiger Einnahme von CYP1A2-Substraten Vorsicht. |
| Theoretisch | CYP2C19-Substrate (z.B. Omeprazol, Clopidogrel, Diazepam) | In-silico-Docking zeigt starke Bindung von L-Arginin an CYP2C19 (Bindungsenergie -7.2 bis -8.9 kcal/mol) | Nur In-silico-Befunde; klinische Studien fehlen. Monitoring bei CYP2C19-Substraten mit enger therapeutischer Breite. |
| Theoretisch | Antidiabetika (z.B. Metformin, Alpha-Glucosidase-Hemmer) | Alpha-Amylase-Hemmung durch Bockshornklee-Lipid-Nanopartikel 89,30% in vitro, übertrifft Metformin (78,43%) | Nur In-vitro-Daten. Bei Kombination mit Antidiabetika Blutzucker engmaschig überwachen. |
Verwechslungsgefahr
Als Kulturpflanze ist Bockshornklee im Handel eindeutig identifizierbar; Verwechslungen sind selten. Im Freiland können junge Pflanzen mit anderen dreiblättrigen Leguminosen wie Kleearten (Trifolium spp.) verwechselt werden, lassen sich jedoch durch den charakteristischen würzigen Geruch der Blätter und Samen unterscheiden.
Geschichte & Tradition
Bockshornklee zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und ist bereits im Papyrus Ebers (ca. 1550 v. Chr.) als altägyptisches Heilmittel belegt. In der griechisch-römischen Antike wurde er sowohl medizinisch als auch als Viehfutter genutzt. Arabische und ayurvedische Medizintradition griffen gleichermaßen auf ihn zurück, vorwiegend bei Verdauungsbeschwerden und zur Stärkung. In der europäischen Volksmedizin war er lange als Bestandteil von Breiumschlägen bei Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden bekannt.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli
Erntezeit: August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé derivative work: Ninjatacoshell (talk) · Public domain
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Trigonellae foenugraeci semen, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in der Schwangerschaft anwenden (wehenfördernd). Bei Diabetes Blutzucker kontrollieren. Kann Urin und Schweiß nach Ahornsirup riechen lassen.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Unbekannt |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.