Pflanzenprofil
Katzenkralle
Wird traditionell bei Gelenkbeschwerden und rheumatischen Beschwerden angewendet, wird in der Literatur als entzündungshemmend beschrieben
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Gelenkbeschwerden, Arthritis, rheumatische Erkrankungen
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Stammrinde (Cortex); bei einigen Zubereitungen auch Wurzel bzw. Wurzelrinde
Erwachsene/Jugendliche: pulverisierte Stammrinde 150–500 mg als Kapsel oder Tablette, 2–4× täglich; ethanolischer Trockenextrakt (80%, DER 8:1) 100 mg/Tablette, bis 3× täglich; Wurzel-Trockenextrakt (DER 8–12:1) 20 mg/Kapsel, 3× täglich. Teeaufguss: 700–2100 mg Pulver/Tag. Kinder 3–12 Jahre (ausgewählte ungarische Produkte): bis 150 mg 3× täglich bzw. 330 mg 1× täglich. WHO-Richtwert: Extrakte 20–350 mg/Tag; Kapseln/Tabletten 300–500 mg, 2–3× täglich.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Verwechslungen sind möglich mit der verwandten Uncaria guianensis (Willd. ex Roem. & Schult.) Gmelin, die ebenfalls als Katzenkralle bezeichnet wird und ein ähnliches Wirkstoffprofil aufweist. Beide Arten werden im Handel teilweise synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch botanisch und in ihrer Alkaloidzusammensetzung.
Geschichte & Tradition
Katzenkralle ist eine in den tropischen Regenwäldern Perus und angrenzender Andenregionen beheimatete Kletterpflanze, die bei indigenen Völkern wie den Asháninka seit Jahrhunderten traditionell in Zusammenhang mit Entzündungen, Gelenkbeschwerden und Magen-Darm-Beschwerden genannt wird. Ihren deutschen Namen verdankt sie den hakigen, klauenartig gebogenen Dornen, mit denen sie sich an Baumstämmen festhält. In Europa wurde die Pflanze ab den 1970er Jahren durch den österreichischen Forscher Klaus Keplinger bekannt, der ihre Alkaloide isolierte und wissenschaftlich charakterisierte. Seither ist sie Gegenstand zahlreicher pharmakologischer Untersuchungen, in denen ihren Inhaltsstoffen antiinflammatorische Eigenschaften zugeschrieben werden.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: September, Oktober, November, Dezember
Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Vangeliq.petrova · CC BY-SA 4.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Uncariae tomentosae cortex, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht in der Schwangerschaft. Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien und Immunsuppressiva möglich. Ärztliche Rücksprache empfohlen.
Gegenanzeigen: Traditionell kontraindiziert in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Kindern. Historische Nutzung als Emmenagogum und Abortivum sowie in sehr hohen Dosen als Kontrazeptivum belegt.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
