Luavera

Pflanzenprofil

Weißbeerige Mistel

Viscum albumL.

Bluthochdruck, Arteriosklerose, onkologische Begleittherapie, Immunstimulation, Herz-Kreislauf-Beschwerden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Bluthochdruck, Arteriosklerose, onkologische Begleittherapie, Herz-Kreislauf-Beschwerden

BluthochdruckHerz-kreislaufImmunsystem

Inhaltsstoffe

Mistellektine (ML IIIIII)ViscotoxinePolysaccharideFlavonoideOleanolsäurePhenylpropane

Zubereitungsformen

TeeTinkturStandardisierter ExtraktKapsel

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Blätter, Stängel, Blüten, Senker, Beeren); junge beblätterte Zweige

Erwachsene und Jugendliche >12 Jahre (oral, kardiovaskuläre Indikationen): Tee 2–3x täglich 1 Tasse (Teebeutel 2 g, Kaltmazeration 1–12 h oder kurz aufgekocht); Presssaft 2–3x täglich 5–20 ml; Tinktur 3x täglich 10–30 Tropfen; Trockenextrakt-Tabletten à 300 mg 1x täglich 2–3 Stück oder à 150 mg 2–3x täglich 1–2 Stück; Flüssigextrakt 1–3 ml (1:1 in 25 % Ethanol) 3x täglich; getrocknetes Kraut 2–6 g als Infus 3x täglich. Hinweis: Zubereitung kalt bevorzugen, da Viscum album wärmeempfindlich ist. Onkologie: individuelle Dosierung, subkutane oder intravenöse Injektion wässriger Extrakte.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung mit der Riemenblume (Loranthus europaeus) ist möglich, die als ähnlicher Halbparasit auf Laubbäumen vorkommt, jedoch gelbe Beeren und breitere Blätter trägt. Im mitteleuropäischen Raum ist Viscum album durch seine charakteristischen weißen Beeren und die kugeligen, immergrünen Büsche auf Baumkronen gut erkennbar.

Geschichte & Tradition

Die Mistel galt bereits den Kelten als heilige Pflanze, die von Druiden rituell mit goldenen Sicheln von Eichen geerntet wurde. Im antiken und mittelalterlichen Europa fand sie Anwendung bei Epilepsie, Schwindel und Gebärmutterblutungen. Die neuzeitliche Heilanwendung wurde maßgeblich durch Rudolf Steiner geprägt, der im frühen 20. Jahrhundert die anthroposophische Misteltherapie zur onkologischen Begleitbehandlung begründete. Seitdem werden standardisierte Mistelextrakte intensiv in der komplementären Onkologie eingesetzt und klinisch erforscht.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Februar, März, April

Erntezeit: Oktober, November, Dezember, Januar, Februar

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Weißbeerige Mistel

© George Chernilevsky · CC BY 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Visci albi herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Beeren und Blätter sind giftig; Eigenanwendung ohne ärztliche Aufsicht vermeiden. Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva möglich.

Gegenanzeigen: Laut polnischem Produkt: nicht anwenden bei Patienten mit pharmakologisch behandelter arterieller Hypertonie. Weitere explizite Gegenanzeigen sind im vorliegenden Textauszug nicht aufgeführt.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckVorsicht
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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