Luavera

Pflanzenprofil

Schöllkraut

Chelidonium majusL.

Leber-Galle-Beschwerden, Verdauungskrämpfe, Reizmagen, Warzen (äußerlich), Hautunreinheiten


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Leber-Galle-Beschwerden, Verdauungskrämpfe, Reizmagen, Warzen (äußerlich), Hautunreinheiten

VerdauungsbeschwerdenGalleLeber & GalleMagenproblemeKrampfeWarzen

Inhaltsstoffe

Isochinolin-Alkaloide (ChelidoninSanguinarinBerberinCoptisinAllokryptopinin)ChelidonsäureFlavonoideProteasen

Zubereitungsformen

TinkturStandardisierter ExtraktNativextraktSalbeTee

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (getrocknete, ganze oder geschnittene oberirdische Teile, gesammelt während der Blütezeit)

Interne Anwendung: Aufguss 1,2–3,6 g Droge; Tinktur 45 % Ethanol (1:10) 2–4 ml dreimal täglich; Fluidextrakt 25 % Ethanol (1:1) 1–2 ml dreimal täglich; Trockenextrakt 100–200 mg dreimal täglich; Urtinktur M.T. (70 % Ethanol) 15 Tropfen dreimal täglich. Externe Anwendung: Augentropfen 1 Tropfen dreimal täglich; Salbe 1–2-mal täglich auf betroffene Stelle auftragen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im vegetativen Zustand kann Schöllkraut mit dem Scharbockskraut (Ficaria verna) verwechselt werden, das an ähnlichen schattigen und feuchten Standorten wächst. Das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal ist der beim Anbrechen der Stängel austretende charakteristische orangegelbe Milchsaft, der dem Scharbockskraut fehlt.

Geschichte & Tradition

Schöllkraut ist seit der Antike als Heilpflanze bekannt; der griechische Gattungsname Chelidonium leitet sich von chelidōn (Schwalbe) ab, da die Blütezeit mit der Ankunft der Schwalben zusammenfällt. Im mittelalterlichen Kräuterwesen – unter anderem bei Hildegard von Bingen – wird die Pflanze traditionell im Zusammenhang mit Leber- und Gallenfunktion beschrieben. Der orangegelbe Milchsaft wurde volksmedizinisch über Jahrhunderte bei Warzen und Hautunreinheiten verwendet. In der modernen Phytotherapie werden spasmolytische und cholagogale Eigenschaften von Schöllkraut beschrieben.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober

Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Schöllkraut

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Chelidonii herba, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Giftig! Hepatotoxische Alkaloide. Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit. Max. 4 Wochen anwenden. Bei Leberschäden kontraindiziert.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungMeiden
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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