Pflanzenprofil
Fucus
Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, Schilddrüsenunterstützung, Stoffwechselanregung, Übergewicht
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, Schilddrüsenunterstützung, Stoffwechselanregung, Übergewicht
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Thallus (gesamter Pflanzenkörper der Braunalge Fucus vesiculosus)
Erwachsene: 1 Hartkapsel mit 130 mg gepulvertem Heilpflanzenpulver, 2x täglich oral (Frankreich; vom HMPC als Referenz für das Monographie-Entwurf gewählt). Weitere EU-Produkte: 100–500 mg Pulver oder Extrakt (5:1), 1–3x täglich, teils 30 Min. vor den Mahlzeiten. Anwendungsdauer bei einem UK-Produkt auf 3 Wochen begrenzt. Nur für Erwachsene; Altersgrenze je nach Produkt ab 12, 16 oder 18 Jahren.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Fucus vesiculosus kann mit anderen Braunalgen verwechselt werden, insbesondere mit Ascophyllum nodosum (Knotentang), der morphologisch ähnlich ist und ebenfalls in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt. Bei verarbeiteten Algenprodukten ist zudem eine Vermischung mit weiteren jodhaltigen Meeresalgen möglich, was die Jodkonzentration des Endprodukts erheblich beeinflussen kann.
Geschichte & Tradition
Fucus vesiculosus (Blasentang) wurde in der nordeuropäischen Küstenmedizin seit Jahrhunderten genutzt, vor allem in Irland, Schottland und Frankreich. Im 19. Jahrhundert erkannte man den hohen Jodgehalt der Alge und setzte sie gezielt bei Schilddrüsenunterfunktion und Kropf ein — zu einer Zeit, als Jod noch keine pharmazeutische Standardtherapie war. Volksmedizinisch galt die Alge auch als stoffwechselanregendes Mittel bei Übergewicht. Im 20. Jahrhundert wurde sie in der Phytotherapie und Naturheilkunde als diätetisches Ergänzungsmittel populär.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Erntezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© W.carter · CC0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Fucus, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Hoher Jodgehalt – Vorsicht bei Schilddrüsenerkrankungen; nicht in Schwangerschaft/Stillzeit; Wechselwirkungen mit Schilddrüsenmitteln
Gegenanzeigen: Kinder unter 12 Jahren (Polen: ausdrücklich kontraindiziert). Bekannte oder latente Hyperthyreose (Gefahr einer thyreotoxischen Krise durch variablen Jodgehalt). Überempfindlichkeit gegenüber Inhaltsstoffen. Belgisches Pharmakovigilanz-Register verzeichnet einen Hyperthyreose-Fall unter Fucus-Präparat.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Vorsicht |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.