Luavera

Pflanzenprofil

Nieswurz

Helleborus

Ranunculaceae

Die Nieswurz (Helleborus) ist eine hochgiftige Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die seit der Antike in der Volksmedizin bei Geistesstörungen, als Abführmittel und zur Behandlung von Herzleiden eingesetzt wurde. Aufgrund ihrer starken Toxizität – alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside wie Helleborin und Hellebrin – ist eine eigenständige Anwendung äußerst gefährlich und wird nicht empfohlen. In der Homöopathie findet Helleborus niger in stark verdünnter Form noch Verwendung, etwa bei neurologischen Beschwerden.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Historisch: Abführmittel, Herzwirkung, Wassersucht; Homöopathie: neurologische Beschwerden, psychische Störungen

HerzgesundheitGeistesgesundheitVerstopfungRheumaNervensystem

Inhaltsstoffe

Herzwirksame Glykoside (HelleborinHellebrinHelleborein)BufadienolideSaponineRanunculinProtoanemonin

Zubereitungsformen

TinkturPulver

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Innerhalb der Gattung kann Helleborus niger mit anderen Helleborus-Arten wie der Stinkenden Nieswurz (Helleborus foetidus) oder dem Orientalischen Helleborus (Helleborus orientalis) verwechselt werden. Besonders kritisch ist die Verwechslung mit der Weißen Nieswurz (Veratrum album), die einer anderen Pflanzenfamilie angehört, ähnliche Standorte besiedelt und ebenfalls stark giftig ist.

Geschichte & Tradition

Die Nieswurz gehört zu den ältesten Heilpflanzen der abendländischen Medizin; bereits griechische und römische Ärzte setzten sie zur Behandlung von Geisteskrankheiten und als drastisches Abführmittel ein. Der Sage nach soll der Seher Melampus damit die Töchter des Königs Proitos von Wahnsinn befreit haben. Im Mittelalter wurde sie in der Klostermedizin unter anderem gegen Epilepsie, Melancholie und als Anthelminthikum verwendet. Mit dem Aufkommen der modernen Pharmakologie trat sie wegen ihrer engen therapeutischen Breite und hohen Toxizität nahezu vollständig aus dem medizinischen Gebrauch heraus, lebt jedoch in der Homöopathie weiter.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Dezember, Januar, Februar, März, April

Erntezeit: März, April, Oktober, November

Pflanzenbild

Nieswurz

Public domain

Sicherheitshinweise

Stark giftig! Alle Teile toxisch; Herzglykoside können tödlich sein; Hautkontakt meiden; nicht selbst anwenden

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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