Pflanzenprofil
Zitronenmelisse
Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe, Stimmungstiefs, Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Völlegefühl
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe, Stimmungstiefs, Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Völlegefühl
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium), getrocknet
Jugendliche ab 12 Jahren, Erwachsene und ältere Personen (oral): Tee: 1,5–4,5 g geschnittene Droge in 150 ml kochendem Wasser als Infusion, 1–3× täglich. Pulverisierte Droge: 0,19–0,55 g, 2–3× täglich. Flüssigextrakt (DER 1:1; Ethanol 45–53 % V/V): 2–4 ml, 1–3× täglich. Tinktur (1:5; Ethanol 45–53 % V/V): 2–6 ml, 1–3× täglich. Getrocknete Wasser- oder Ethanolextrakte in äquivalenten Dosen.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Anticholinergikum | Kombination hemmt AChE in vitro um 36,4 % und antagonisierte Scopolamin-induzierte Amnesie im Tiermodell | Rein tierexperimenteller Befund; klinische Relevanz unklar; Kombination mit Anticholinergika beobachten |
| Theoretisch | Acetylcholinesterase-Inhibitoren (z.B. Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) | In-vitro-AChE-Hemmung 36,4 % durch Melissa/Ginseng-Kombination; additiver Effekt mit AChE-Inhibitoren möglich | Nur In-vitro-Daten; klinische Studien fehlen; bei Komedikation mit AChE-Hemmern vorsichtshalber überwachen |
Verwechslungsgefahr
Im nicht blühenden Zustand kann die Zitronenmelisse mit der Katzenminze (Nepeta cataria) oder anderen Lippenblütlern verwechselt werden. Der charakteristische Zitronenduft beim Zerreiben der Blätter gilt als sicherstes Unterscheidungsmerkmal.
Geschichte & Tradition
Zitronenmelisse wurde bereits in der Antike von griechischen und arabischen Ärzten als Heilpflanze genutzt. Im Mittelalter fand sie einen festen Platz in europäischen Klostergärten, wo sie zur Beruhigung und bei Magenbeschwerden eingesetzt wurde. Paracelsus bezeichnete sie als eines der wertvollsten Mittel der Pflanzenheilkunde. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch den Karmelitergeist, ein alkoholisches Destillat aus Melisse und weiteren Kräutern, das seit dem 17. Jahrhundert von Karmelitermönchen in Paris hergestellt wurde.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli, August
Erntezeit: Mai, Juni, Juli, August
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Amitchell125 · CC BY-SA 4.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Melissae folium, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Gut verträglich; Vorsicht bei Schilddrüsenunterfunktion; Wechselwirkungen mit Sedativa möglich; in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.