Luavera

Pflanzenprofil

Pfefferminzblätter

Mentha x piperita

Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Reizdarm, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erkältung, Atemwegsbeschwerden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Reizdarm, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erkältung, Atemwegsbeschwerden

SchmerzenÜbelkeitHusten & BronchitisVerdauungsbeschwerdenErkältung & GrippeHautproblemeErkaltungKopfschmerzenReizdarmEntzündungBlähungenKrämpfe

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (MentholMenthonMenthylacetat18-Cineol)Flavonoide (LuteolinHesperidinEriocitrin)RosmarinsäureGerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselÄtherisches ÖlStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknetes Blatt (ganz oder geschnitten); ätherisches Öl (aus frischen oberirdischen Teilen der blühenden Pflanze)

Pfefferminzblatt – Erwachsene/Ältere: Kräutertee 1,5–3,0 g in 100–150 ml kochendem Wasser, 2–3× täglich (Tagesdosis 3–9 g); Tinktur (1:5) 6–9 ml täglich in 3 Einzeldosen. Kinder 4–11 Jahre: Kräutertee 1,0–2,0 g in 100–150 ml kochendem Wasser, 3× täglich (Tagesdosis 3–6 g). Pfefferminzöl – Erwachsene/Jugendliche oral: 3–4 Tropfen (100 %) in warmem Wasser 2–3× täglich; gastro-resistente Kapsel 0,2 ml 1–2× täglich bis 3× täglich; bei IBS 182–187 mg 3× täglich 30–60 Min. vor dem Essen. Inhalation: 3–4 Tropfen in 300 ml heißem Wasser, bis 3× täglich. Kutan: wenige Tropfen lokal auftragen. Kinder 8–12 Jahre (Öl/Kapsel): 1 Kapsel bis 3× täglich.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischItraconazolSynergistische Hemmung von Pilzwachstum; genaue molekulare Interaktion nicht beschrieben (In-vitro-Studie)Nur In-vitro-Belege; klinische Relevanz ungeklärt; Kombination könnte theoretisch Azol-Dosis reduzieren
TheoretischItraconazolIn-vitro-Synergie: Pfefferminz-EO potenziert antifungale Wirkung von Itraconazol (Chequerboard/Isobologramm-Methode)Keine klinische Empfehlung ableitbar; ausschließlich In-vitro-Befund, keine Humandaten
TheoretischFluconazolIn-vitro-Kombination mit Pfefferminz-EO untersucht; Interaktionsprofil weniger ausgeprägt als bei ItraconazolKeine klinische Empfehlung ableitbar; ausschließlich In-vitro-Befund
TheoretischKetoconazolIn-vitro-Kombination mit Pfefferminz-EO untersucht; Interaktionsprofil weniger ausgeprägt als bei ItraconazolKeine klinische Empfehlung ableitbar; ausschließlich In-vitro-Befund

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind möglich mit anderen Mentha-Arten wie der Grünen Minze (Mentha spicata) oder der Wasserminze (Mentha aquatica), die jedoch einen deutlich schwächeren Mentholgehalt aufweisen. Der intensive, kühlende Mentholgeruch der Pfefferminze gilt als zuverlässigstes Unterscheidungsmerkmal.

Geschichte & Tradition

Pfefferminze ist eine Hybridpflanze aus Wasserminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata), die erstmals 1696 von John Ray in England botanisch beschrieben wurde. Bereits in der Antike wurden Minzearten in ägyptischen, griechischen und römischen Kulturen medizinisch und kulinarisch genutzt. Im 18. Jahrhundert etablierte sich Pfefferminze in den europäischen Pharmakopöen; Carl von Linné beschrieb sie 1753 wissenschaftlich. Bis heute gehört sie zu den meistverwendeten Heilpflanzen Europas und ist in zahlreichen Arzneibüchern monographiert.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Menthae piperitae aetheroleum, European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Menthae piperitae folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern im Gesichtsbereich anwenden (Atemstillstand möglich). Bei Gallenstein-Erkrankungen Arzt konsultieren.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Pfefferminze oder Menthol. Pfefferminzöl oral nicht bei Kindern unter 8 Jahren; kutane/nasale Anwendung von Menthol nicht im Gesichtsbereich von Säuglingen und Kleinkindern (Gefahr von Bronchospasmus). Gallensteine und Gallenwegsverschluss, schwere Leberschäden sowie Achlorhydrie werden im Report als Vorsichtshinweise bzw. Kontraindikationen für das Öl genannt.

SchwangerschaftVorsicht
StillzeitVorsicht
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungVorsicht
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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