Pflanzenprofil
Anis
Husten, Erkältung, Bronchitis, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Darmkrämpfe
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Husten, Erkältung, Bronchitis, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Darmkrämpfe
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Anissamen, Pimpinella anisum L. fructus) und daraus gewonnenes ätherisches Öl (Anisi aetheroleum) durch Wasserdampfdestillation aus reifen, getrockneten Früchten
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren – Anissamen: 1–3,5 g ganze oder frisch gemahlene Samen in 150 ml Wasser als Kräutertee, 3x täglich (Commission E: 1 g Einzeldosis 3x täglich; ESCOP: 1–5 g); Pulver: 0,2–2 g/Tag. Anisöl: bevorzugt 0,05–0,2 ml 3x täglich (niedrigere BHP-Dosis wegen Estragolgehalt; Commission E: 0,3 g/Tag). Darreichungsform oral (Tee, Feststoff, Flüssigkeit). Anwendungsdauer: maximal 2 Wochen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Im Freiland besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Doldengewächsen, insbesondere mit der stark giftigen Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris). Eine Unterscheidung sollte anhand des charakteristischen Anisgeruchs sowie der Fruchtmerkmale erfolgen.
Geschichte & Tradition
Anis zählt zu den ältesten bekannten Heil- und Gewürzpflanzen. Bereits im Alten Ägypten und in der Antike wurde er zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Im mittelalterlichen Europa war Anis fester Bestandteil der Klosterheilkunde und wurde von Hildegard von Bingen beschrieben. Durch arabische Händler gelangte das Wissen um seine Verwendung weit in den Mittelmeerraum und nach Mitteleuropa.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli, August
Erntezeit: August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain
Sicherheitshinweise
Vorsicht bei Allergie gegen Anethole oder Apiaceae. Nicht bei Kleinkindern unter 2 Jahren anwenden. Selten allergische Reaktionen.
Gegenanzeigen: Anwendung bei Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden soll aufgrund des Estragolgehalts minimiert werden; das Assessment empfiehlt die Anwendung in diesen Gruppen ausdrücklich nicht. Für ätherisches Öl liegen keine Daten zur Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren vor. Nicht-klinische Daten weisen auf eine mögliche Beeinflussung neuronaler Erregbarkeit hin; das Assessment empfiehlt besondere Vorsicht bei Patienten mit Epilepsie.
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Meiden |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
