Luavera

Pflanzenprofil

Anis

Pimpinella anisumL.

Husten, Erkältung, Bronchitis, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Darmkrämpfe


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Husten, Erkältung, Bronchitis, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Darmkrämpfe

Husten & BronchitisVerdauungsbeschwerdenBlahungenBronchitisErkaltungErkältungBlähungen

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (trans-AnetholEstragolPseudoisoeugenol)Flavonoide (QuercetinApigeninLuteolin)CumarineKaffeesäurederivatefettes Öl

Zubereitungsformen

TeeÄtherisches ÖlTinkturSirupKapsel

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Anissamen, Pimpinella anisum L. fructus) und daraus gewonnenes ätherisches Öl (Anisi aetheroleum) durch Wasserdampfdestillation aus reifen, getrockneten Früchten

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren – Anissamen: 1–3,5 g ganze oder frisch gemahlene Samen in 150 ml Wasser als Kräutertee, 3x täglich (Commission E: 1 g Einzeldosis 3x täglich; ESCOP: 1–5 g); Pulver: 0,2–2 g/Tag. Anisöl: bevorzugt 0,05–0,2 ml 3x täglich (niedrigere BHP-Dosis wegen Estragolgehalt; Commission E: 0,3 g/Tag). Darreichungsform oral (Tee, Feststoff, Flüssigkeit). Anwendungsdauer: maximal 2 Wochen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im Freiland besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Doldengewächsen, insbesondere mit der stark giftigen Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris). Eine Unterscheidung sollte anhand des charakteristischen Anisgeruchs sowie der Fruchtmerkmale erfolgen.

Geschichte & Tradition

Anis zählt zu den ältesten bekannten Heil- und Gewürzpflanzen. Bereits im Alten Ägypten und in der Antike wurde er zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Im mittelalterlichen Europa war Anis fester Bestandteil der Klosterheilkunde und wurde von Hildegard von Bingen beschrieben. Durch arabische Händler gelangte das Wissen um seine Verwendung weit in den Mittelmeerraum und nach Mitteleuropa.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August

Erntezeit: August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Anis

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Anisi aetheroleum, European Medicines Agency [Link]
  2. EMA HMPC Assessment: Anisi fructus, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Vorsicht bei Allergie gegen Anethole oder Apiaceae. Nicht bei Kleinkindern unter 2 Jahren anwenden. Selten allergische Reaktionen.

Gegenanzeigen: Anwendung bei Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden soll aufgrund des Estragolgehalts minimiert werden; das Assessment empfiehlt die Anwendung in diesen Gruppen ausdrücklich nicht. Für ätherisches Öl liegen keine Daten zur Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren vor. Nicht-klinische Daten weisen auf eine mögliche Beeinflussung neuronaler Erregbarkeit hin; das Assessment empfiehlt besondere Vorsicht bei Patienten mit Epilepsie.

SchwangerschaftMeiden
StillzeitMeiden
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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