Luavera

Pflanzenprofil

Granatapfel

Punica granatum

Lythraceae

Der Granatapfel wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden und Entzündungen eingesetzt. Die Fruchtschale enthält Tannine mit adstringierender Wirkung und gilt als bewährtes Mittel bei Durchfall. Polyphenole und Ellaginsäure sind in der Fruchtschale enthalten.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verdauung, Entzündungen, Immunsystem, Herz-Kreislauf, Antioxidantien, Harnwege, Blutdruck-Prävention

BluthochdruckVerdauungsbeschwerdenImmunsystemHerz-kreislaufBlutzuckerEntzündungHarnwege & Blase

Inhaltsstoffe

Ellagitannine (PunicalagineEllaginsäure)AnthocyaneFlavonoidePunicinsäureTannineorganische Säuren (ZitronensäureÄpfelsäure)

Zubereitungsformen

AbkochungTinkturPulverKapselStandardisierter Extrakt

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCholinesterase-Inhibitoren (z.B. Donepezil, Rivastigmin)In-vitro-AChE-Hemmung bis 67,8% und BChE-Hemmung bis 79,8% durch ätherische Öle des SamenextraktsTheoretische Relevanz; keine klinischen Daten. Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Cholinesterase-Inhibitoren.
TheoretischAntidiabetika (Alpha-Glucosidase-Inhibitoren, Insulin, Metformin)In-vitro-Hemmung von α-Glucosidase (30,2–61,3%) und α-Amylase (27,4–56,7%) durch Phenolsäuren (Gallussäure, Ellagsäure)Theoretische Relevanz; keine klinischen Daten. Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern empfehlenswert.
TheoretischSodium Nitroprusside (SNP)P. granatum antagonisiert pro-depressive Effekte von NO-Donatoren im TiermodellNur Tiermodell-Befund; klinische Relevanz unklar
TheoretischL-NAME (NG-nitro-L-arginine methyl ester)P. granatum verhindert pro-depressive Effekte von NOS-Inhibition im MausmodellRein präklinischer Befund; keine klinische Empfehlung ableitbar
Theoretisch7-Nitroindazol (7-NI)P. granatum hebt pro-depressive Effekte des nNOS-Inhibitors im Tiermodell aufNur Tiermodell; direkte NO-Pathway-Marker nicht gemessen
TheoretischAcarbose, MiglitolPunica-granatum-Ellagitannine hemmen α-Glucosidase in vitro; additiver Effekt mit Alpha-Glucosidase-Hemmern möglich.Nur In-vitro-Daten; keine klinische Evidenz. Bei gleichzeitiger Einnahme Blutzucker engmaschig kontrollieren.
TheoretischAntidiabetika (Insulin, Insulin-Sensitizer)PTP1B-Hemmung durch Ellagitannine verbessert In-vitro-Insulinsignalübertragung; additiver Effekt denkbar.Rein In-vitro-Befund; klinische Relevanz ungeklärt. Bei Diabetesmedikation ärztliche Rücksprache empfohlen.

Verwechslungsgefahr

Aufgrund der charakteristischen Fruchtform und des unverwechselbaren Äußeren sind Verwechslungen mit anderen Pflanzen in der Praxis nahezu ausgeschlossen. Bei der Verarbeitung getrockneter Schalenware oder Rindenprodukte könnte theoretisch eine Verwechslung mit anderen Baumrinden erfolgen, sofern die Ware nicht korrekt deklariert ist.

Geschichte & Tradition

Der Granatapfel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird seit mindestens 4.000 Jahren im Nahen Osten und im Mittelmeerraum angebaut. Er findet in ägyptischen Papyri, im Alten Testament sowie in antiken griechischen und römischen Quellen als Nahrungs- und Heilmittel Erwähnung. In der traditionellen persischen und ayurvedischen Medizin galt die Fruchtschale als bewährtes Mittel gegen Durchfall und Darmparasiten. Im mittelalterlichen Europa gelangte der Granatapfel über die arabische Heilkunde in die Klostermedizin, wo er zur Behandlung von Entzündungen und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt wurde.

Saison und Sammeln

Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli

Erntezeit: September, Oktober, November

Pflanzenbild

Granatapfel

© Augustus Binu : flickr · CC BY-SA 3.0

Sicherheitshinweise

Schalenextrakte in hohen Dosen meiden; Granatapfelsaft kann CYP3A4-Enzyme hemmen – bei Medikamenteneinnahme ärztliche Rücksprache empfohlen.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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