Pflanzenprofil
Rizinus
Verstopfung, Darmträgheit, Abführmittel, Magen-Darm-Beschwerden, äußerliche Anwendung bei Hautpflege
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Verstopfung, Darmträgheit, Abführmittel, Magen-Darm-Beschwerden, äußerliche Anwendung bei Hautpflege
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Samen (Fettöl durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen)
Erwachsene und ältere Patienten: Einzeldosis 2–5 g (2,1–5,3 ml) morgens oral; Anwendungsdauer max. 7 Tage. Alternativ Kapseln (500 mg oder 1000 mg) 1× täglich morgens. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht empfohlen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Die ausgewachsene Pflanze mit ihren großen, handförmig gelappten Blättern und stacheligen Fruchtständen ist im Freiland gut erkennbar und kaum zu verwechseln. Die Samen ähneln optisch manchen Bohnen- oder Kichererbsensorten, was insbesondere bei Kindern zu gefährlichen Ingestionsvorfällen führen kann.
Geschichte & Tradition
Rizinus wird seit mindestens 4000 Jahren kultiviert; ägyptische Papyri und Funde in Pharaonengräbern belegen den Einsatz des gepressten Samenöls als Heilmittel, Lampenöl und Kosmetikum. In der Antike und im Mittelalter galt das Öl als bewährtes Abführmittel. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Rizinusöl eines der gebräuchlichsten Laxanzien der westlichen Medizin und fester Bestandteil der Hausapotheke.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Erntezeit: August, September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Alvesgaspar · CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Ricini oleum, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Samen enthalten das hochtoxische Ricin – niemals einnehmen! Öl nur in empfohlener Dosierung; nicht bei Darmverschluss; Schwangerschaft meiden.
Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen (fehlende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten). Dauerhafter oder regelmäßiger Gebrauch nicht empfohlen, da histologische Darmveränderungen möglich sind.
| Schwangerschaft | Vorsicht |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Vorsicht |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.