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Pflanzenprofil

Rizinus

Ricinus communisL.

Verstopfung, Darmträgheit, Abführmittel, Magen-Darm-Beschwerden, äußerliche Anwendung bei Hautpflege


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Verstopfung, Darmträgheit, Abführmittel, Magen-Darm-Beschwerden, äußerliche Anwendung bei Hautpflege

VerdauungsbeschwerdenVerstopfungDarm

Inhaltsstoffe

Ricinolsäure (ca. 85–90 % im Samenöl)Ricin (hochgiftiges Lektinv. a. in den Samen)Ricinin (Alkaloid)ÖlsäureLinolsäure

Zubereitungsformen

KapselUmschlagSalbe

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Samen (Fettöl durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen)

Erwachsene und ältere Patienten: Einzeldosis 2–5 g (2,1–5,3 ml) morgens oral; Anwendungsdauer max. 7 Tage. Alternativ Kapseln (500 mg oder 1000 mg) 1× täglich morgens. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht empfohlen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Die ausgewachsene Pflanze mit ihren großen, handförmig gelappten Blättern und stacheligen Fruchtständen ist im Freiland gut erkennbar und kaum zu verwechseln. Die Samen ähneln optisch manchen Bohnen- oder Kichererbsensorten, was insbesondere bei Kindern zu gefährlichen Ingestionsvorfällen führen kann.

Geschichte & Tradition

Rizinus wird seit mindestens 4000 Jahren kultiviert; ägyptische Papyri und Funde in Pharaonengräbern belegen den Einsatz des gepressten Samenöls als Heilmittel, Lampenöl und Kosmetikum. In der Antike und im Mittelalter galt das Öl als bewährtes Abführmittel. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Rizinusöl eines der gebräuchlichsten Laxanzien der westlichen Medizin und fester Bestandteil der Hausapotheke.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: August, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Rizinus

© Alvesgaspar · CC BY-SA 3.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Ricini oleum, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Samen enthalten das hochtoxische Ricin – niemals einnehmen! Öl nur in empfohlener Dosierung; nicht bei Darmverschluss; Schwangerschaft meiden.

Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen (fehlende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten). Dauerhafter oder regelmäßiger Gebrauch nicht empfohlen, da histologische Darmveränderungen möglich sind.

SchwangerschaftVorsicht
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenVorsicht

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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