Luavera

Pflanzenprofil

Mönchspfeffer

Vitex agnus-castusL.

Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen, Mastodynie, Hormonstörungen, Harnwegs- und Geschlechtsorganbeschwerden


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen, Mastodynie, Hormonstörungen, Harnwegs- und Geschlechtsorganbeschwerden

MenstruationHormonePmsHarnwege & BlaseZyklusstörungBrustschmerzen

Inhaltsstoffe

Iridoidglykoside (AgnusidAucubin)Flavonoide (CasticinVitexin)Diterpeneätherisches Öl

Zubereitungsformen

TinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Früchte (ganze, reife, getrocknete Früchte von Vitex agnus-castus L.)

Well-established use: 1× täglich 20 mg Trockenextrakt (DER 6-12:1, Ethanol 60% m/m) als orale Feststoffdarreichungsform (z.B. Filmtablette). Traditional use: 1× täglich 4 mg Trockenextrakt (DER 7-13:1, Ethanol 60% m/m) als Kapsel/Tablette; oder 1× täglich 165 mg Tinktur (1:5, Ethanol 68% V/V, ca. 40 Tropfen); oder 2× täglich bis zu 400 mg pulverisierte Droge (aus Sicherheitsgründen auf max. 2× 400 mg/Tag begrenzt). Behandlungsdauer: mindestens 3 Monate.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCYP17A1-Inhibitor (Androgensynthesehem­mer)Casticin hemmt AKR1C3 (IC50 5,99 µM) und blockiert damit die intratumorale Androgensynthese, die Abirateron-Resistenz in CRPC vermittelt.Nur In-vitro-Daten; klinische Relevanz ungeklärt. Keine Anwendung ohne onkologische Überwachung.
TheoretischAntiandrogen / CYP17A1-InhibitorCasticin hemmt AKR1C3 (IC₅₀ 5,99 µM) und reduziert so die intratumorale Androgenbiosynthese, wodurch Abirateron-Resistenz überwunden wird.Rein in-vitro-Befund (Zelllinien); keine klinische Empfehlung ableitbar; weitere präklinische und klinische Studien erforderlich.
TheoretischVEGFR2-Inhibitoren (allgemein)Agnusid konkurriert in vitro um die VEGFR2-Bindungsstelle mit VEGFR2-Inhibitoren (kompetitive Bindung).Rein theoretisch basierend auf In-vitro-Daten; keine klinischen Studien vorhanden. Kombination mit VEGFR2-Inhibitoren (z.B. Sunitinib, Sorafenib) theoretisch vermeiden.
TheoretischAndrogensyntheseh­emmer (CYP17A1-Inhibitor)Casticin hemmt AKR1C3 (IC50 5,99 µM), reduziert intratumorale Androgensynthese und verstärkt so die Abirateron-Wirkung synergistisch (CI 0,31–0,71).Rein präklinische In-vitro-Daten; keine klinische Relevanz belegt. Kombination nicht ohne weitere klinische Studien empfehlen.
TheoretischVEGFR2-Inhibitoren (z.B. Sunitinib, Sorafenib)Agnusid konkurriert in vitro um die VEGFR2-Bindungsstelle und kann VEGFR2-Inhibitoren verdrängenKombination mit VEGFR2-Inhibitoren vermeiden; nur In-vitro-Daten, klinische Relevanz unklar

Verwechslungsgefahr

Aufgrund der gefingert-handförmigen Blätter besteht – insbesondere bei vegetativem Material ohne Blüten oder Früchte – eine Ähnlichkeit mit Hanf (Cannabis sativa). Im mediterranen Verbreitungsgebiet sind zudem Verwechslungen mit anderen Vitex-Arten möglich.

Geschichte & Tradition

Vitex agnus-castus wurde bereits in der Antike von griechischen und römischen Ärzten – darunter Hippokrates und Dioskurides – als Heilmittel bei Frauenleiden und zur Dämpfung des Geschlechtstriebs beschrieben. Im Mittelalter nutzten Mönche die Früchte als Gewürzsatz, um das Keuschheitsgelübde leichter einzuhalten, woraus der deutsche Volksname entstand. In der Volksheilkunde Südeuropas und Nordafrikas fand die Pflanze jahrhundertelang Verwendung bei Menstruationsbeschwerden und Zyklusstörungen. Die moderne Phytotherapie knüpfte an diese Tradition an und belegte die Wirksamkeit bei prämenstruellem Syndrom und Mastodynie durch klinische Studien.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juli, August, September

Erntezeit: September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Mönchspfeffer

© Cillas · CC BY-SA 4.0

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Agni casti fructus, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in Schwangerschaft/Stillzeit; nicht bei hormonabhängigen Erkrankungen oder Einnahme von Dopaminantagonisten.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungVorsicht
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

← Zurück zur Pflanzenübersicht