Pflanzenprofil
Tee
Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Antioxidantien, mentale Leistung
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Antioxidantien, mentale Leistung
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (junge, unfermentierte, hitzegetrocknete Blätter von Camellia sinensis)
Erwachsene und ältere Patienten: Kräutertee: 1,8–2,2 g ganze oder gemahlene Droge in 100–150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 3–5× täglich. Pulverisierte Droge: 390 mg 3–5× täglich (entspricht ca. 1.170–1.950 mg/Tag). Anwendungsdauer: 1 Woche; bei anhaltenden Beschwerden über 1 Woche hinaus Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Wechselwirkungen
| Schweregrad | Medikament / Wirkstoffklasse | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente) | EGCG (450 mg/kg) reduziert intestinale F-Absorption, erhöht fäkale F-Ausscheidung um 26,79 % (Rattenstudie) | Tiermodell-Daten; klinische Relevanz bei Fluorid-Supplementierung unklar; zeitlicher Abstand erwägen |
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente) | Theabrownin (TB, 800 mg/kg) verzögert F-Absorption (Tmax 18→30 min) und senkt Cmax um 35,38 % (Rattenstudie) | Nur Tiermodell-Evidenz; bei therapeutischer Fluorid-Einnahme zeitlichen Abstand zu Teekonsum beachten |
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente) | Tee-Polysaccharide (TPS, 250 mg/kg) reduzieren F-Cmax um 51,72 % und AUC0-t um 24,38 % (Rattenstudie) | Nur Tiermodell-Evidenz; klinische Humandaten fehlen; Einnahmeabstand bei Fluorid-Therapie sinnvoll |
| Theoretisch | Fluorid (z.B. Natriumfluorid) | EGCG bindet Fluorid im GI-Trakt und erhöht fäkale Ausscheidung; Reduktion von Resorption und systemischer Exposition (Tiermodell, Ratten) | Gleichzeitige Einnahme hoher EGCG-Dosen und therapeutischer Fluoridpräparate zeitlich trennen; klinische Relevanz beim Menschen nicht belegt |
| Theoretisch | Fluorid (z.B. Natriumfluorid) | Theabrownin (TB) verzögert Fluorid-Resorption (Tmax 18→30 min) und senkt Cmax um 35 %; Mechanismus unklar (Tiermodell) | Klinische Relevanz beim Menschen ungeklärt; zeitlicher Abstand zwischen Teekonsum und Fluoridgabe erwägen |
| Theoretisch | Fluorid (z.B. Natriumfluorid) | Teepolysaccharide (TPS) reduzieren Fluorid-Cmax um 52 % und AUC um 24 %; wahrscheinlich durch Komplexbildung im GI-Trakt (Tiermodell) | Nur im Tiermodell gezeigt; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar ohne Humandaten |
| Moderat | Zytostatika (klassische Chemotherapeutika) | EGCG moduliert PI3K/Akt/MAPK-Signalwege und induziert Apoptose; synergistischer Effekt mit Chemotherapeutika bei Überwindung von Resistenzmechanismen | Kombination klinisch untersucht; Überwachung empfohlen, da Ausmaß der Interaktion substanzabhängig variiert und Datenlage noch begrenzt ist |
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid) | EGCG bindet Fluorid im GI-Trakt, erhöht fäkale Ausscheidung und reduziert Resorption (Rattenstudie) | Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Bei Fluorid-Supplementation zeitlichen Abstand zu grünem Tee erwägen. |
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid) | Teepolysaccharide (TPS) hemmen Fluorid-Resorption im GI-Trakt (Rattenstudie) | Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Kein direkter Handlungsbedarf ableitbar. |
| Theoretisch | Fluorid (Natriumfluorid) | Theabrownin (TB) verzögert und vermindert Fluorid-Absorption (verlängerter Tmax, Rattenstudie) | Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Kein direkter Handlungsbedarf ableitbar. |
| Moderat | Chemotherapeutika (klassische) | Synergismus: EGCG moduliert PI3K/Akt/MAPK-Signalwege und induziert Apoptose, was Chemoresistenz überwinden kann | Kombination nur unter onkologischer Aufsicht; Wechselwirkungen mit spezifischen Zytostatika nicht abschließend geklärt |
Verwechslungsgefahr
In Europa sind Verwechslungen mit Camellia sinensis aufgrund des ausschließlichen Vorkommens in Kulturen und Gewächshäusern praktisch ausgeschlossen. In asiatischen Anbaugebieten könnte eine Verwechslung mit anderen Camellia-Arten wie Camellia japonica auftreten, die jedoch keine pharmakologisch relevanten Mengen an Koffein oder Catechinen enthalten.
Geschichte & Tradition
Camellia sinensis wird seit mindestens 3000 Jahren in China kultiviert und zählt zu den ältesten kontinuierlich genutzten Heilpflanzen der Menschheit. In der traditionellen chinesischen Medizin fand Tee Anwendung zur Förderung geistiger Wachheit, als Magentonikum sowie zur Stärkung der allgemeinen Vitalität. Im 9. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Japan, wo sich eine eigenständige, rituell geprägte Teekultur herausbildete. Ab dem 17. Jahrhundert verbreitete sich Tee über den europäischen Handel weltweit und wurde zum meistkonsumierten Aufgussgetränk der Gegenwart.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Oktober, November, Dezember, Januar, Februar
Erntezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
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Quellen
- EMA HMPC Assessment: Camelliae sinensis non fermentatum folium, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Koffeinhaltig; nicht bei Herzrhythmusstörungen, Schwangerschaft oder Stillzeit; nicht für Kleinkinder geeignet.
Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen. Weitere explizite Gegenanzeigen sind im vorliegenden Auszug nicht aufgeführt (Abschnitte 4.3 und 5.5 nicht im bereitgestellten Text enthalten).
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Meiden |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.