Luavera

Pflanzenprofil

Tee

Camellia sinensis (L.) Kuntze

Theaceae

Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Antioxidantien, mentale Leistung


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Antioxidantien, mentale Leistung

MudigkeitErschöpfungKonzentration & GedächtnisEnergieAntioxidantien

Inhaltsstoffe

Koffein (Thein)Catechine (Epigallocatechingallat EGCGEGCECGEC)L-TheaninTheophyllinTheobrominPolyphenoleFlavonoideGerbstoffe (Tannine)Chlorogensäure

Zubereitungsformen

TeeAufgussStandardisierter ExtraktKapselPulver

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (junge, unfermentierte, hitzegetrocknete Blätter von Camellia sinensis)

Erwachsene und ältere Patienten: Kräutertee: 1,8–2,2 g ganze oder gemahlene Droge in 100–150 ml kochendem Wasser als Aufguss, 3–5× täglich. Pulverisierte Droge: 390 mg 3–5× täglich (entspricht ca. 1.170–1.950 mg/Tag). Anwendungsdauer: 1 Woche; bei anhaltenden Beschwerden über 1 Woche hinaus Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischFluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente)EGCG (450 mg/kg) reduziert intestinale F-Absorption, erhöht fäkale F-Ausscheidung um 26,79 % (Rattenstudie)Tiermodell-Daten; klinische Relevanz bei Fluorid-Supplementierung unklar; zeitlicher Abstand erwägen
TheoretischFluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente)Theabrownin (TB, 800 mg/kg) verzögert F-Absorption (Tmax 18→30 min) und senkt Cmax um 35,38 % (Rattenstudie)Nur Tiermodell-Evidenz; bei therapeutischer Fluorid-Einnahme zeitlichen Abstand zu Teekonsum beachten
TheoretischFluorid (Natriumfluorid, Fluorid-Supplemente)Tee-Polysaccharide (TPS, 250 mg/kg) reduzieren F-Cmax um 51,72 % und AUC0-t um 24,38 % (Rattenstudie)Nur Tiermodell-Evidenz; klinische Humandaten fehlen; Einnahmeabstand bei Fluorid-Therapie sinnvoll
TheoretischFluorid (z.B. Natriumfluorid)EGCG bindet Fluorid im GI-Trakt und erhöht fäkale Ausscheidung; Reduktion von Resorption und systemischer Exposition (Tiermodell, Ratten)Gleichzeitige Einnahme hoher EGCG-Dosen und therapeutischer Fluoridpräparate zeitlich trennen; klinische Relevanz beim Menschen nicht belegt
TheoretischFluorid (z.B. Natriumfluorid)Theabrownin (TB) verzögert Fluorid-Resorption (Tmax 18→30 min) und senkt Cmax um 35 %; Mechanismus unklar (Tiermodell)Klinische Relevanz beim Menschen ungeklärt; zeitlicher Abstand zwischen Teekonsum und Fluoridgabe erwägen
TheoretischFluorid (z.B. Natriumfluorid)Teepolysaccharide (TPS) reduzieren Fluorid-Cmax um 52 % und AUC um 24 %; wahrscheinlich durch Komplexbildung im GI-Trakt (Tiermodell)Nur im Tiermodell gezeigt; keine klinische Handlungsempfehlung ableitbar ohne Humandaten
ModeratZytostatika (klassische Chemotherapeutika)EGCG moduliert PI3K/Akt/MAPK-Signalwege und induziert Apoptose; synergistischer Effekt mit Chemotherapeutika bei Überwindung von ResistenzmechanismenKombination klinisch untersucht; Überwachung empfohlen, da Ausmaß der Interaktion substanzabhängig variiert und Datenlage noch begrenzt ist
TheoretischFluorid (Natriumfluorid)EGCG bindet Fluorid im GI-Trakt, erhöht fäkale Ausscheidung und reduziert Resorption (Rattenstudie)Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Bei Fluorid-Supplementation zeitlichen Abstand zu grünem Tee erwägen.
TheoretischFluorid (Natriumfluorid)Teepolysaccharide (TPS) hemmen Fluorid-Resorption im GI-Trakt (Rattenstudie)Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Kein direkter Handlungsbedarf ableitbar.
TheoretischFluorid (Natriumfluorid)Theabrownin (TB) verzögert und vermindert Fluorid-Absorption (verlängerter Tmax, Rattenstudie)Nur Tierdaten; klinische Relevanz unklar. Kein direkter Handlungsbedarf ableitbar.
ModeratChemotherapeutika (klassische)Synergismus: EGCG moduliert PI3K/Akt/MAPK-Signalwege und induziert Apoptose, was Chemoresistenz überwinden kannKombination nur unter onkologischer Aufsicht; Wechselwirkungen mit spezifischen Zytostatika nicht abschließend geklärt

Verwechslungsgefahr

In Europa sind Verwechslungen mit Camellia sinensis aufgrund des ausschließlichen Vorkommens in Kulturen und Gewächshäusern praktisch ausgeschlossen. In asiatischen Anbaugebieten könnte eine Verwechslung mit anderen Camellia-Arten wie Camellia japonica auftreten, die jedoch keine pharmakologisch relevanten Mengen an Koffein oder Catechinen enthalten.

Geschichte & Tradition

Camellia sinensis wird seit mindestens 3000 Jahren in China kultiviert und zählt zu den ältesten kontinuierlich genutzten Heilpflanzen der Menschheit. In der traditionellen chinesischen Medizin fand Tee Anwendung zur Förderung geistiger Wachheit, als Magentonikum sowie zur Stärkung der allgemeinen Vitalität. Im 9. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Japan, wo sich eine eigenständige, rituell geprägte Teekultur herausbildete. Ab dem 17. Jahrhundert verbreitete sich Tee über den europäischen Handel weltweit und wurde zum meistkonsumierten Aufgussgetränk der Gegenwart.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Oktober, November, Dezember, Januar, Februar

Erntezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Tee

© AxelBoldt at en.wikipedia · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Camelliae sinensis non fermentatum folium, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Koffeinhaltig; nicht bei Herzrhythmusstörungen, Schwangerschaft oder Stillzeit; nicht für Kleinkinder geeignet.

Gegenanzeigen: Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen. Weitere explizite Gegenanzeigen sind im vorliegenden Auszug nicht aufgeführt (Abschnitte 4.3 und 5.5 nicht im bereitgestellten Text enthalten).

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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