Luavera

Pflanzenprofil

Eingriffeliger Weißdorn

Crataegus monogyna Jacq. (Lindm.);C. laevigata(Poir.) DC.;C. pentagyna Waldst. et Kit. ex Willd.;C. azarolusL.

Rosaceae

Herz-Kreislauf-Beschwerden, altersbedingte Herzleistungsminderung, nervöse Unruhe, Stress, leichte Angstgefühle


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Herz-Kreislauf-Beschwerden, altersbedingte Herzleistungsminderung, nervöse Unruhe, Stress, leichte Angstgefühle

KreislaufStress & NervositätHerzgesundheitNervositätAngst & Panik

Inhaltsstoffe

Oligomere Procyanidine (OPC)Flavonoide (VitexinHyperosidRutin)Triterpensäuren (UrsolsäureOleanolsäure)Gerbstoffe

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknetes Blatt mit Blüte (Folium cum Flore Crataegi)

Erwachsene: 160–900 mg/Tag getrockneter 45%iger Ethanol- oder 70%iger Methanol-Extrakt (Droge-Extrakt-Verhältnis 4–7:1), standardisiert auf 18,75% oligomere Procyanidine (berechnet als Epi-Catechin) oder 2,2% Flavonoide (berechnet als Hyperoside); alternativ 1,0–1,5 g zerkleinertes Rohkraut als Aufguss 3–4x täglich. Therapeutische Wirkungen erfordern 4–6 Wochen kontinuierliche Anwendung.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
TheoretischCYP450-SubstrateQuercetin hemmt Cytochrom P450 in silico (Molecular Docking: -8.102 kcal/mol); mögliche Hemmung des Phase-I-Metabolismus.Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von CYP450-Substraten (z.B. Antikoagulanzien, Immunsuppressiva); nur In-silico-Befund.
TheoretischTyrosinkinase-InhibitorenCatechin zeigt starke Tyrosinkinase-Hemmung in silico (-9.037 kcal/mol); potenzielle pharmakodynamische Interaktion.Keine klinischen Daten; gleichzeitige Anwendung bei TKI-Therapie ohne ärztliche Überwachung nicht empfohlen.
TheoretischNSAR / COX-HemmerProcyanidin hemmt Lipoxygenase in silico (-7.27 kcal/mol); additiver anti-inflammatorischer Effekt via LOX-Pfad.Nur Tiermodell- und In-silico-Daten; klinische Relevanz unklar. Vorsicht bei Kombination mit Antiphlogistika.
TheoretischAcetaminophen (Paracetamol)Hepatoprotektive Wirkung des Extrakts moduliert Acetaminophen-induzierte Lebertoxizität im Tiermodell (Ratte, 300–1000 mg/kg).Klinische Interaktionsstudien fehlen; Kombination beim Menschen nicht bewertet.
TheoretischCYP450-Substrate (z.B. CYP1A2, CYP3A4)Quercetin bindet in silico an Cytochrom P450 (Docking: -8.102 kcal/mol); potenziell hemmende Wirkung auf CYP-Enzyme.Nur In-silico-Befund; keine klinischen Daten; Vorsicht bei engem therapeutischen Fenster von CYP-Substraten.
TheoretischTyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)Catechin zeigt starke Bindungsaffinität an Tyrosinkinase (Docking: -9.037 kcal/mol); additive oder kompetitive Hemmung denkbar.Nur molekulardocking-basiert; keine In-vitro- oder klinischen Belege; relevant v.a. bei Leukämiepatienten unter TKI.
TheoretischCYP450-SubstrateQuercetin aus C. monogyna zeigte im Molecular-Docking-Modell Hemmung von Cytochrom P450 (-8.102 kcal/mol)Rein in-silico-Befund; keine klinische Relevanz belegt. Vorsicht bei engen therapeutischen Fenstern theoretisch gerechtfertigt.
TheoretischTyrosinkinase-InhibitorenCatechin aus C. monogyna zeigte im Molecular-Docking-Modell starke Bindung an Tyrosinkinase (-9.037 kcal/mol)Ausschließlich in-silico-Daten; klinische Relevanz ungeklärt. Kombination mit TKI-Therapie ohne weitere Studien nicht empfohlen.

Verwechslungsgefahr

Innerhalb der Gattung Crataegus können verschiedene Arten wie C. laevigata und C. monogyna äußerlich leicht verwechselt werden; pharmakologisch sind die Unterschiede jedoch gering, da alle Arten ein ähnliches Wirkstoffprofil aufweisen. Eine Verwechslung mit dem Schlehdorn (Prunus spinosa) ist anhand von dessen schwarzen, stärker zusammenziehenden Früchten und der charakteristischen dornigen Zweige möglich, beide Pflanzen gelten jedoch als ungiftig.

Geschichte & Tradition

Der Weißdorn ist in der europäischen Volksmedizin seit dem Mittelalter als herzstärkendes Mittel bekannt und wurde traditionell bei Herzschwäche sowie Kreislaufbeschwerden eingesetzt. Im 19. Jahrhundert beschrieb der irische Arzt Greene erstmals systematisch dessen kardiale Wirkungen. In der modernen Phytotherapie gilt Weißdorn als eines der am gründlichsten klinisch untersuchten pflanzlichen Herztherapeutika, dessen Wirksamkeit bei beginnender Herzinsuffizienz in zahlreichen Studien belegt wurde.

Saison und Sammeln

Wildkraut

Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.

Blütezeit: Mai, Juni

Erntezeit: Mai, Juni, September, Oktober

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Eingriffeliger Weißdorn

© Elstro · CC BY 3.0

Quellen

  1. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 2, World Health Organization [Link]

Sicherheitshinweise

Bei schweren Herzerkrankungen Arzt konsultieren. Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten möglich. Nicht selbst diagnostizieren.

Gegenanzeigen: Keine bekannt.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitVorsicht
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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