Pflanzenprofil
Enzian
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Magenschwäche, Dyspepsie
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Magenschwäche, Dyspepsie
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Radix Gentianae – getrocknete, unterirdische Organe von Gentiana lutea L.)
Erwachsene und Jugendliche >12 Jahre, orale Anwendung: Zerkleinertes Kraut als Tee 0,6–2 g, 1–3× täglich (Tagesdosis max. 6 g); Tinktur (1:5, Ethanol 70 %): 1 ml, 1–3× täglich; Flüssigextrakt (1:1, Ethanol 45 %): 1 g, 2–4× täglich; Trockenextrakt (DER 4,5–5,5:1, Ethanol 53 %): 2–3× täglich 2 Kapseln à 120 mg (Tagesdosis 480–720 mg). Einnahme ca. ½ Stunde vor der Mahlzeit empfohlen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit dem Weißen Germer (Veratrum album), der im vegetativen Stadium dem Enzian täuschend ähnlich sieht und stark giftig ist — entsprechende Vergiftungsfälle sind dokumentiert. Ebenfalls möglich ist eine Verwechslung mit der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), die jedoch als deutlich schwächer wirksam gilt.
Geschichte & Tradition
Der Gelbe Enzian gilt als eine der ältesten bekannten Arzneipflanzen Europas. Die Gattung Gentiana ist nach König Gentius von Illyrien (ca. 180 v. Chr.) benannt, dem die Entdeckung der Heilwirkung zugeschrieben wird. Dioskurides und Plinius beschrieben die Wurzel als Mittel gegen Magenerkrankungen und Vergiftungen. In der mittelalterlichen Klostermedizin war die Enzianwurzel ein fester Bestandteil der Digestiva, und sie ist bis heute in der Europäischen Pharmakopöe sowie zahlreichen nationalen Monographien (ESCOP, HMPC) als Amarum verankert.
Saison und Sammeln
Diese Pflanze wächst wild und kann gesammelt werden. Bitte nur an sicheren, unbelasteten Standorten ernten.
Blütezeit: Juni, Juli, August
Erntezeit: September, Oktober
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© Bernd Haynold · CC BY-SA 2.5
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Gentianae radix, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Nicht bei Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwüren oder Überempfindlichkeit. Nicht in der Schwangerschaft. Verwechslungsgefahr mit giftigem Weißem Germer.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.