Pflanzenprofil
Winterlinde
Erkältung, Husten, Halsschmerzen, Nervosität, Stress, Einschlafprobleme, Fieber
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Erkältung, Husten, Halsschmerzen, Nervosität, Stress, Einschlafprobleme, Fieber
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Getrockneter Blütenstand (Flos) von Tilia cordata, Tilia platyphyllos, Tilia x vulgaris oder deren Mischungen
Jugendliche, Erwachsene und ältere Personen (Indikation 1 und 2): a) Kräutertee: 1,5 g zerkleinertes Kraut in 150 ml kochendem Wasser, 2–4 x täglich (Tagesdosis 3–6 g); b) Flüssigextrakt (1:1, Ethanol 25 %): 2 ml, 1–2 x täglich (Tagesdosis 2–4 ml); c) Tinktur (1:5, Ethanol 45 %): 1 ml, 1–2 x täglich (Tagesdosis 1–2 ml). Kinder 4–12 Jahre (nur Indikation 1): Kräutertee: 1 g in 150 ml kochendem Wasser, 2–4 x täglich (Tagesdosis 2–4 g). Dauer: Bei Erkältung nicht länger als 1 Woche ohne ärztliche Rücksprache.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Gelegentlich wird die Silberlinde (Tilia tomentosa Moench) mit den Arzneibuch-Linden verwechselt; ihre Blüten sind für Bienen toxisch und für medizinische Zwecke nicht zugelassen. Die im Arzneibuch gleichwertig anerkannten Arten Tilia cordata, Tilia platyphyllos und deren Hybride Tilia × vulgaris sind untereinander austauschbar und stellen keine medizinisch relevante Verwechslungsgefahr dar.
Geschichte & Tradition
Die Linde zählt zu den ältesten Heilpflanzen Europas und ist seit dem Mittelalter medizinisch dokumentiert; Hildegard von Bingen empfahl Lindenblüten gegen Fieber und Nervenleiden. In der mitteleuropäischen Volksmedizin war Lindenblütentee als schweißtreibendes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten weit verbreitet. Für die offizielle Medizin werden Lindenblüten (Tiliae flos) mit Hochblatt seit dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum beschrieben. Kulturell galt die Linde als Mittelpunkt des Dorflebens und als Sinnbild von Schutz und Gemeinschaft.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Erntezeit: Juni, Juli
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
CC BY-SA 3.0
Quellen
- EMA HMPC Assessment: Tiliae flos, European Medicines Agency [Link]
Sicherheitshinweise
Generell gut verträglich. Bei Herzerkrankungen große Mengen meiden. Selten Allergien möglich.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber der Pflanzensubstanz. Warnung: Bei Auftreten von Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
| Schwangerschaft | Unbekannt |
| Stillzeit | Unbekannt |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.