Luavera

Pflanzenprofil

Guaraná

Paullinia cupana Kunth;syn. Paullinia sorbilisMart

Sapindaceae

Müdigkeit, Erschöpfung, geistige Leistungsfähigkeit, körperliche Leistung, Konzentrationsschwäche


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Müdigkeit, Erschöpfung, geistige Leistungsfähigkeit, körperliche Leistung, Konzentrationsschwäche

MüdigkeitErschöpfungKonzentration & GedächtnisEnergieLeistungsförderung

Inhaltsstoffe

Guaranin (Coffeinbis zu 4–8 %)TheobrominTheophyllinGerbstoffe (TannineCatechine)Saponine

Zubereitungsformen

PulverKapselStandardisierter ExtraktTablette

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Samen (Semen) – geschält, getrocknet, geröstet und pulverisiert

Erwachsene und ältere Patienten: Einzeldosis 450 mg, bis zu 2.250 mg/Tag als pulverisierte Herbalsubstanz in Hartkapseln (oral). Länderspezifisch: Frankreich 3–5x täglich je 445-mg-Kapsel; Spanien 3–5x täglich je 340-mg-Kapsel (max. 2.040 mg/Tag); Deutschland 2x täglich 500 mg, steigerbar auf 3x täglich 2 Kapseln. Bei Symptomen länger als 1 Woche ärztliche Konsultation.

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
ModeratHypnotika / SedativaCoffein (Wirkstoff in Guarana) antagonisiert zentral dämpfende Effekte durch Adenosin-Antagonismus.Kombination meiden; Einnahme von Guarana abends oder kurz vor Schlafmitteln vermeiden.
ModeratPressormittel (Sympathomimetika)Coffein verstärkt sympathomimetische Wirkung durch additive Stimulation des Herzkreislaufsystems.Kombination nur unter ärztlicher Überwachung; Blutdruck und Herzfrequenz kontrollieren.
ModeratSchilddrüsenmedikamenteCoffein verstärkt die Wirkung von Schilddrüsenhormonen, Mechanismus nicht vollständig geklärt.Bei Schilddrüsenerkrankungen Guarana meiden; Guarana ist bei Hyperthyreose kontraindiziert.
GeringBenzodiazepineCoffein antagonisiert GABA-vermittelte und adenosinerge Dämpfung; Interaktionen variabel und unvorhersehbar.Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung; individuelle Reaktionen beobachten.
GeringAnalgetikumCoffein erhöht die Bioverfügbarkeit bzw. analgetische Wirksamkeit von Paracetamol (synergistischer Effekt).Kombination in üblichen Dosen im Allgemeinen unkritisch; Gesamtcoffein-Tageszufuhr beachten.
GeringAcetylsalicylsäure (Aspirin)Coffein erhöht analgetische Wirksamkeit von Acetylsalicylsäure durch synergistischen Effekt.Kombination in üblichen Dosen im Allgemeinen unkritisch; bei Antikoagulation Vorsicht.
GeringOrale Kontrazeptiva (Antibabypille)Orale Kontrazeptiva hemmen CYP1A2 und verlangsamen dadurch den hepatischen Coffein-Abbau.Gesamtcoffein-Zufuhr aus allen Quellen reduzieren; auf Zeichen der Coffein-Akkumulation achten.
GeringCimetidinCimetidin hemmt CYP1A2 und verlangsamen dadurch den hepatischen Coffein-Abbau.Gesamtcoffein-Zufuhr reduzieren; auf Coffein-Akkumulationszeichen achten.
ModeratDisulfiramDisulfiram hemmt CYP1A2 und reduziert dadurch den hepatischen Coffein-Abbau erheblich.Guarana bei Disulfiram-Therapie meiden; erhebliche Coffein-Akkumulation möglich.
GeringBarbiturate (Hypnotika)Barbiturate induzieren CYP1A2 und beschleunigen dadurch den hepatischen Coffein-Abbau.Wirkungsverlust von Guarana bei gleichzeitiger Einnahme möglich; klinische Bedeutung gering.
ModeratTheophyllinCoffein verlangsamt die Elimination von Theophyllin (Kompetition um CYP1A2); additiver Xanthin-Effekt.Kombination meiden; bei gleichzeitiger Anwendung Theophyllin-Spiegel engmaschig überwachen.
GeringGyrasehemmer (Chinolone, Antibiotika)Chinolone (z.B. Ciprofloxacin) hemmen CYP1A2 und verzögern die Elimination von Coffein.Gesamtcoffein-Zufuhr während Chinolontherapie reduzieren; auf Akkumulationszeichen achten.

Verwechslungsgefahr

Botanisch könnte Guaraná mit anderen Arten der Gattung Paullinia verwechselt werden, die im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommen. Als verarbeitetes Produkt (Pulver, Extrakt) ist eine Verfälschung oder Verwechslung mit anderen coffeinhaltigen Pflanzen wie Kolanuss (Cola nitida) oder Mate (Ilex paraguariensis) möglich.

Geschichte & Tradition

Guaraná wird seit Jahrhunderten von indigenen Völkern des Amazonasbeckens, insbesondere den Sateré-Mawé in der heutigen brasilianischen Region Maués, als Stimulans und Nahrungsmittel genutzt. Die gemahlenen Samen wurden traditionell zu einer Paste verarbeitet und in Wasser aufgelöst getrunken. Europäische Missionare beschrieben die Pflanze und ihre Verwendung erstmals im 17. Jahrhundert. Seit dem 19. Jahrhundert wird Guaraná in Brasilien kommerziell kultiviert und ist ein verbreiteter Bestandteil brasilianischer Erfrischungsgetränke.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juli, August, September, Oktober

Erntezeit: September, Oktober, November

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Guaraná

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Paulliniae semen, European Medicines Agency [Link]

Sicherheitshinweise

Enthält viel Koffein; nicht bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schwangerschaft oder Kindern; Wechselwirkungen mit Blutverdünnern möglich.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Guarana-Samen; Herzrhythmusstörungen (Tachykardie, Arrhythmie – Verstärkungsrisiko); Leberzirrhose (Koffein-Akkumulationsgefahr); Hyperthyreose (Verstärkung von Koffein-Nebenwirkungen); Angststörungen (Verstärkungsrisiko); Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre; Kinder unter 12 Jahren.

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderMeiden
BlutverdünnerVorsicht
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungMeiden
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenMeiden

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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