Pflanzenprofil
Safran
Safran wird aus den getrockneten Narben von Crocus sativus gewonnen und zählt zu den ältesten Heilmitteln der Welt. In der Phytotherapie wird er vor allem bei leichten bis mittelschweren Depressionen, Angststörungen und prämenstruellem Syndrom eingesetzt. Klinische Studien belegen stimmungsaufhellende Wirkungen, die mit dem Einfluss auf Serotonin- und Dopaminsysteme erklärt werden.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Depression, Angst, PMS, Stimmungsaufhellung, Schlafstörungen, Gedächtnis
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Narben (Stigmata)
Empfohlene therapeutische Tagesdosis: 3,0–9,0 g getrocknete Narben. Da bei 5,0 g Toxizität berichtet wurde, werden Dosen unter 5,0 g/Tag empfohlen. Darreichungsformen: getrocknete Narben oder Extrakte daraus. Bei normaler Verwendung als Lebensmittelgewürz kein Risiko bekannt.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Eine gefährliche Verwechslung ist mit der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) möglich, deren lilafarbene Herbstblüten dem Safran-Krokus ähneln – Colchicum ist jedoch stark giftig. Verwechslungen mit anderen Krokus-Arten (z. B. Crocus vernus) sind unkritisch hinsichtlich Toxizität, liefern aber keine arzneilich relevanten Mengen der charakteristischen Inhaltsstoffe.
Geschichte & Tradition
Safran gilt als eines der ältesten und kostspieligsten Gewürze und Heilmittel der Welt, mit einer dokumentierten Nutzungsgeschichte von über 3500 Jahren. Im antiken Ägypten, Griechenland, Persien und im ayurvedischen System wurde er bei Verdauungsbeschwerden, Menstruationsstörungen und zur Stimmungsaufhellung eingesetzt. Im mittelalterlichen Europa war Safran ein wichtiges Handelsgut und Bestandteil der Klostermedizin. Die neuzeitliche Phytotherapie-Forschung konzentriert sich vor allem auf seine psychotropen Eigenschaften, die durch klinische Studien zunehmend belegt werden.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Oktober, November
Erntezeit: Oktober, November
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© KENPEI · CC BY-SA 3.0
Quellen
- WHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 3, World Health Organization [Link]
Sicherheitshinweise
In hohen Dosen toxisch. In der Schwangerschaft kontraindiziert (wehenauslösend). Tagesgrenze: max. 1,5 g Safran.
Gegenanzeigen: Kontraindiziert in der Schwangerschaft (kann Uteruskontraktionen auslösen). Kontraindiziert bei Blutungsneigung und Gerinnungsstörungen. Anwendung bei Kindern und stillenden Müttern auf normale Lebensmittelmengen beschränken (fehlende Sicherheitsdaten).
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Vorsicht |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Vorsicht |
| Vor Operationen | Vorsicht |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Vorsicht |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
