Luavera

Pflanzenprofil

Passiflora incarnata

Passiflora incarnata

Passifloraceae

Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Angstzustände, Stress, Stimmungsschwankungen


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Angstzustände, Stress, Stimmungsschwankungen

SchlafproblemeStress & NervositätAngst & PanikUnruheStimmung

Inhaltsstoffe

Flavonoide (VitexinIsovitexinOrientinIsoorientin)Harman-Alkaloidecyanogene GlycosidePolysaccharide

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Wechselwirkungen

SchweregradMedikament / WirkstoffklasseMechanismusEmpfehlung
ModeratCYP450-Substrate (allgemein)CYP450-Modulation durch Passiflora und weitere im Review erfasste PhytopharmakaArzneimittelkombinationen (z.B. Antikoagulanzien, Immunsuppressiva) engmaschig überwachen
ModeratZNS-dämpfende Substanzen (Benzodiazepine, Opioide, Antihistaminika)Additive GABAerge Wirkung von Passiflora incarnata verstärkt bestehende SedierungKombination mit sedierenden Substanzen vermeiden oder unter ärztlicher Aufsicht engmaschig überwachen
SchwerwiegendSerotoninerge Substanzen (SSRI, SNRI, MAO-Hemmer)Serotoninerge Aktivität der Phytopharmaka (inkl. Passiflora) kann mit serotoninergen Arzneimitteln additiv wirkenKombination mit serotoninergen Arzneimitteln kontraindiziert; bei Verdacht sofort absetzen und ärztliche Hilfe suchen
TheoretischCYP3A4-SubstrateIn-vitro-Induktion der CYP3A4-mRNA-Expression in HepG2-ZellenKlinische Relevanz unklar; reine In-vitro-Daten; Vorsicht bei CYP3A4-Substraten mit enger therapeutischer Breite
TheoretischHepatotoxische ArzneimittelIn-vitro-Depletion intrazellulärer Glutathionspiegel in HepG2-Zellen; gleichzeitig Anstieg der GGT-AktivitätKlinische Relevanz unklar; reine In-vitro-Befunde; bei hepatotoxischen Komedikationen Vorsicht geboten
ModeratCYP450-SubstrateModulation von Cytochrom-P450-Enzymen kann Metabolisierung von Komedikamenten verändernKomedikation mit engen therapeutischen Fenstern (z.B. Antikoagulanzien, Immunsuppressiva) überwachen
ModeratZNS-Dämpfer / SedativaAdditive GABAerge und sedierende Wirkung bei Kombination mit anderen ZNS-dämpfenden SubstanzenKombination mit Benzodiazepinen, Schlafmitteln oder Alkohol vermeiden oder engmaschig überwachen
SchwerwiegendSerotonerg wirkende Substanzen (z.B. SSRI, SNRI)Serotoninerge Aktivität der Pflanzenpräparate kann sich mit serotonergen Arzneimitteln addierenKombination mit SSRI/SNRI/MAO-Hemmern kontraindiziert; Arzt informieren
TheoretischGABA-A-Modulatoren (Benzodiazepine, Barbiturate, Antikonvulsiva)Flavonoide aus PIE interagieren laut In-silico-Docking mit GABA-A-Rezeptoren; additiver ZNS-dämpfender Effekt möglichKombination mit GABA-A-Modulatoren vorsichtig anwenden; klinische Daten fehlen, nur Tier- und In-silico-Befunde
TheoretischSerotonerg wirkende Substanzen (5-HT3-Antagonisten, SSRI)Naringenin und Chlorogensäure docken laut Molekular-Docking an humane und murine 5-HT3A-RezeptorenReine In-silico-Befunde; keine klinischen Daten; bei Hochrisikopatienten Kombinationen beobachten
TheoretischCYP3A4-Substrate (z.B. Immunsuppressiva, Statine, Benzodiazepine)In-vitro-Induktion der CYP3A4-mRNA-Expression in HepG2-ZellenRein präklinischer Befund; klinische Relevanz unklar. Vorsicht bei engen therapeutischen Fenstern.
TheoretischArzneimittel mit oxidativem Schädigungspotenzial (z.B. Paracetamol, Zytostatika)Signifikante Reduktion intrazellulärer Glutathionspiegel in HepG2-Zellen in vitroNur In-vitro-Daten; klinische Relevanz nicht belegt. Keine aktive Pharmacovigilanz-Empfehlung der Autoren für P. incarnata.
SchwerwiegendLorazepamAdditive/synergistische Verstärkung der GABA-Rezeptor-Inhibition durch Passionsblume und BaldrianKombination mit Benzodiazepinen vermeiden; bei Therapie unbedingt Arzt informieren
TheoretischMidazolamChrysin moduliert vermutlich den Benzodiazepin-Rezeptor am GABA(A)-Komplex; additiver anxiolytischer Effekt mit Benzodiazepinen möglich.Kombination mit Benzodiazepinen im Tiermodell untersucht; klinische Relevanz beim Menschen nicht belegt – Vorsicht bei Komedikation.
TheoretischBenzodiazepin-AntagonistFlumazenil antagonisiert den Benzodiazepin-Rezeptor und hebt damit den anxiolytischen Effekt von Chrysin teilweise auf.Nur im Rattenmodell gezeigt; keine klinischen Humandaten. Theoretisch relevant bei notfallmäßiger Flumazenil-Gabe.

Verwechslungsgefahr

Eine häufige Verwechslung besteht mit Passiflora caerulea (Blaue Passionsblume), die zierlich ähnlich aussieht, jedoch pharmazeutisch als weniger wirksam gilt und in Früchten und Samen potenziell toxische Verbindungen enthält. Im Freiverkauf werden gelegentlich auch andere Passiflora-Arten unter dem Sammelbegriff 'Passionsblume' angeboten, weshalb bei der Verwendung auf die korrekte botanische Speziesbezeichnung zu achten ist.

Geschichte & Tradition

Passiflora incarnata ist in den östlichen und südlichen Regionen Nordamerikas heimisch, wo indigene Völker wie die Cherokee die Wurzeln und Blätter traditionell als Beruhigungs- und Schlafmittel nutzten. Spanische Eroberer brachten die Pflanze im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst als botanische Kuriosität galt. Im 19. Jahrhundert etablierte sie sich in der europäischen Volksmedizin und Phytotherapie als pflanzliches Beruhigungsmittel. Heute ist Passiflora incarnata in zahlreichen europäischen Phytotherapie-Monographien (u. a. ESCOP, HMPC) als traditionelles Arzneimittel bei nervöser Unruhe und leichten Schlafstörungen anerkannt.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juli, August, September

Erntezeit: Juli, August, September

Evidenzlage

Begrenzt

Pflanzenbild

Passiflora incarnata

© H3ini · Public domain

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft; Wechselwirkungen mit Sedativa möglich; Fahrtüchtigkeit beachten

SchwangerschaftMeiden
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenVorsicht
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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