Luavera

Pflanzenprofil

Passionsblume

Passiflora incarnata L.

Passifloraceae

Die Passionsblume wird in der Phytotherapie vor allem bei nervöser Unruhe, Angstzuständen und Einschlafstörungen eingesetzt. Ihre beruhigenden Eigenschaften gelten als gut belegt und werden auf Flavonoide sowie Alkaloide zurückgeführt. In der Europäischen Arzneibuch-Monografie ist Passiflorae herba als pflanzliches Arzneimittel anerkannt.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Nervöse Unruhe, Angstzustände, Einschlafstörungen, Stress, Reizbarkeit, leichte Palpitationen nervösen Ursprungs

SchlafproblemeAngst & PanikStress & NervositätUnruheNervositätHerzrasen

Inhaltsstoffe

Flavonoide (ChrysinVitexinOrientinIsoorientinIsovitexin)Harmana-Alkaloide (HarmanHarminHarmalin)cyanogene Glykoside (Gynocardin)Polysaccharide

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete oberirdische Pflanzenteile (Kraut)

Erwachsene, täglich: 0,5–2,0 g Kraut (getrocknet, pulverisiert) 3–4x täglich; 2,5 g als Aufguss 3–4x täglich; 1,0–4,0 ml Tinktur (1:8) 3–4x täglich. Darreichungsformen: Pulver, Kapseln, Extrakte, Fluidextrakt, Tinkturen.

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Verwechslungen sind vor allem mit der Blauen Passionsblume (Passiflora caerulea) möglich, die in Mitteleuropa als Zierpflanze weit verbreitet ist und der Passiflora incarnata äußerlich ähnelt. Passiflora caerulea gilt als möglicherweise toxisch und ist nicht als Arzneipflanze zugelassen.

Geschichte & Tradition

Passiflora incarnata stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo indigene Völker wie die Cherokee die Wurzel traditionell nutzten. Im 17. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Europa, zunächst als botanische Kuriosität. Im 19. Jahrhundert fand sie in der nordamerikanischen Phytotherapie Anwendung, wobei der Literatur zufolge sedative und spasmolytische Effekte zugeschrieben wurden. In Europa wurde sie ab dem frühen 20. Jahrhundert auf dieser Grundlage etabliert und ist heute in mehreren nationalen und europäischen Arzneibüchern monografiert.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juni, Juli, August, September

Erntezeit: Juni, Juli, August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Passionsblume

© H3ini · Public domain

Quellen

  1. EMA HMPC Assessment: Passiflorae herba, European Medicines Agency [Link]
  2. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 3, World Health Organization [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft. Wechselwirkungen mit Sedativa möglich. Kfz-Tauglichkeit beachten. Nicht für Kinder unter 12 Jahren.

Gegenanzeigen: Schwangerschaft (uterusstimulierender Effekt in Tiermodellen nachgewiesen). Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe (Einzelfälle von kutaner Vaskulitis, Urtikaria und IgE-vermitteltem Berufsasthma bekannt).

SchwangerschaftMeiden
StillzeitVorsicht
KinderVorsicht
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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