Pflanzenprofil
Passionsblume
Die Passionsblume wird in der Phytotherapie vor allem bei nervöser Unruhe, Angstzuständen und Einschlafstörungen eingesetzt. Ihre beruhigenden Eigenschaften gelten als gut belegt und werden auf Flavonoide sowie Alkaloide zurückgeführt. In der Europäischen Arzneibuch-Monografie ist Passiflorae herba als pflanzliches Arzneimittel anerkannt.
Kein Ersatz für ärztliche Beratung
Traditionelle Anwendung
Nervöse Unruhe, Angstzustände, Einschlafstörungen, Stress, Reizbarkeit, leichte Palpitationen nervösen Ursprungs
Inhaltsstoffe
Zubereitungsformen
Dosierung und Zubereitung
Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete oberirdische Pflanzenteile (Kraut)
Erwachsene, täglich: 0,5–2,0 g Kraut (getrocknet, pulverisiert) 3–4x täglich; 2,5 g als Aufguss 3–4x täglich; 1,0–4,0 ml Tinktur (1:8) 3–4x täglich. Darreichungsformen: Pulver, Kapseln, Extrakte, Fluidextrakt, Tinkturen.
Wechselwirkungen
Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.
Verwechslungsgefahr
Verwechslungen sind vor allem mit der Blauen Passionsblume (Passiflora caerulea) möglich, die in Mitteleuropa als Zierpflanze weit verbreitet ist und der Passiflora incarnata äußerlich ähnelt. Passiflora caerulea gilt als möglicherweise toxisch und ist nicht als Arzneipflanze zugelassen.
Geschichte & Tradition
Passiflora incarnata stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo indigene Völker wie die Cherokee die Wurzel traditionell nutzten. Im 17. Jahrhundert gelangte die Pflanze nach Europa, zunächst als botanische Kuriosität. Im 19. Jahrhundert fand sie in der nordamerikanischen Phytotherapie Anwendung, wobei der Literatur zufolge sedative und spasmolytische Effekte zugeschrieben wurden. In Europa wurde sie ab dem frühen 20. Jahrhundert auf dieser Grundlage etabliert und ist heute in mehreren nationalen und europäischen Arzneibüchern monografiert.
Saison und Sammeln
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Erntezeit: Juni, Juli, August, September
Evidenzlage
Gut belegtPflanzenbild
© H3ini · Public domain
Sicherheitshinweise
Nicht in der Schwangerschaft. Wechselwirkungen mit Sedativa möglich. Kfz-Tauglichkeit beachten. Nicht für Kinder unter 12 Jahren.
Gegenanzeigen: Schwangerschaft (uterusstimulierender Effekt in Tiermodellen nachgewiesen). Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe (Einzelfälle von kutaner Vaskulitis, Urtikaria und IgE-vermitteltem Berufsasthma bekannt).
| Schwangerschaft | Meiden |
| Stillzeit | Vorsicht |
| Kinder | Vorsicht |
| Blutverdünner | Unbekannt |
| Vor Operationen | Unbekannt |
| Lebererkrankung | Unbekannt |
| Nierenerkrankung | Unbekannt |
| Autoimmunerkrankung | Unbekannt |
| Bluthochdruck | Unbekannt |
| Empfindlicher Magen | Unbekannt |
Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.
