Luavera

Pflanzenprofil

Hopfen

Humulus lupulus

Cannabaceae

Hopfen (Humulus lupulus) wird in der Phytotherapie vor allem wegen seiner beruhigenden und schlaffördernden Wirkung eingesetzt. Die getrockneten weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen) enthalten Bitterstoffe wie Humulon und Lupulon sowie das Sedativum 2-Methyl-3-buten-2-ol. Häufig wird Hopfen in Kombination mit Baldrian oder Melisse bei Einschlafstörungen und nervöser Unruhe angewendet.


Kein Ersatz für ärztliche Beratung

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bei ernsteren Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte immer Arzt oder Apotheke hinzuziehen.

Traditionelle Anwendung

Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Angstzustände, Spannungskopfschmerz, Wechseljahresbeschwerden, Verdauungsbeschwerden

NervositätSchlafproblemeVerdauungsbeschwerdenAngst & PanikWechseljahreUnruheWechseljahresbeschwerdenKopfschmerzStress & Nervosität

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe (HumulonLupulonCohumulon)2-Methyl-3-buten-2-olätherisches ÖlFlavonoideGerbstoffePrenylflavonoide (Xanthohumol8-Prenylnaringenin)

Zubereitungsformen

TeeTinkturKapselTabletteStandardisierter Extrakt

Dosierung und Zubereitung

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Strobili (Zapfen/Blütenstände) der weiblichen Pflanzen

Einzeldosis 0,5 g geschnittene oder pulverisierte Strobili; Aufguss/Dekokt: 0,5 g in 150 ml Wasser; Fluidextrakt 1:1 (g/ml): 0,5 ml; Tinktur 1:5 (g/ml): 2,5 ml; Trockenextrakt 6–8:1 (w/w): 0,06–0,08 g

Wechselwirkungen

Keine spezifischen Wechselwirkungen dokumentiert.

Verwechslungsgefahr

Im vegetativen Zustand kann Hopfen mit dem Japanischen Hopfen (Humulus japonicus/scandens) verwechselt werden, der keine belegte therapeutische Wirkung aufweist. Bei der Wildsammlung ist zudem eine Verwechslung junger Triebe mit anderen Kletterpflanzen wie dem Gewöhnlichen Efeu (Hedera helix) möglich.

Geschichte & Tradition

Hopfen wurde im frühen Mittelalter zunächst als Würz- und Konservierungsmittel beim Bierbrauen genutzt, bevor seine medizinische Verwendung in den Vordergrund trat. Hildegard von Bingen erwähnte im 12. Jahrhundert bereits schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften der Pflanze. In der Volksmedizin des 18. und 19. Jahrhunderts waren Hopfenkissen zur Schlafförderung weit verbreitet. Heute ist Hopfen als pflanzliches Sedativum in der europäischen Phytotherapie anerkannt und in der ESCOP-Monographie sowie dem Deutschen Arzneibuch erfasst.

Saison und Sammeln

Blütezeit: Juli, August

Erntezeit: August, September

Evidenzlage

Gut belegt

Pflanzenbild

Hopfen

© No machine-readable author provided. Hagen Graebner assumed (based on copyright claims). · CC BY-SA 2.5

Quellen

  1. WHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 3, World Health Organization [Link]

Sicherheitshinweise

Nicht in der Schwangerschaft. Kann Sedierung verstärken. Bei depressions­bedingten Schlafstörungen mit Vorsicht anwenden.

Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegen das Pflanzenmaterial

SchwangerschaftUnbekannt
StillzeitUnbekannt
KinderUnbekannt
BlutverdünnerUnbekannt
Vor OperationenUnbekannt
LebererkrankungUnbekannt
NierenerkrankungUnbekannt
AutoimmunerkrankungUnbekannt
BluthochdruckUnbekannt
Empfindlicher MagenUnbekannt

Haftungsausschluss: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme immer Rücksprache halten.

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